Carving erobert den alpinen Skisport. Lang gezogene Schwünge bringen das begeehrte
Sur-Feeling auf die Piste .............

A Brettln, a gführiger Schnee. Was braucht es mehr?
Stimmt, das ist immer noch die Grundlage für jeden erfolgreichen Ski­urlaub. Blos: Mit den klassischen
"Brettln" hat der moderne Ski nur noch herzlich wenig gemein. Mo­derne Skiausrüstungen sind kleine
High-Tech-Wunder, die von Jahr zu Jahr perfekter gebaut werden.

In der Ski-Industrie kommen längst Rennsport-Technologien und Flug­zeugbau-Materialien zum Einsatz.
Skier sind gefragt, die im tiefen Schnee leicht drehen, bei Pistenab­fahrten die Spur halten und
alles in allem ein sicheres Gefühl vermit­teln. Kurz: Ein Ski, der alles kann

CARVEN, SKI FAHREN - ODER BEIDES?
Schon an der Form des Car­ving-Skis - breite Schaufel, schmale Taille, breites Ende - sieht man die rasante Revolution in der 100-jährigen Entwicklungsgeschichte des Skifahrens.
Heute werden praktisch nur noch Carving-Skier angeboten. Aber Vorsicht, denn das bedeute nicht, dass automatisch nur noch gecarvt wird! Carven ist eine Ergänzung und kein Ersatz für das Skifahren. Denn Carven heißt, ausschließ­liches Fahren auf der Kante und in Richtung der Kante.
Wer dieses Aufkanten erst einmal beherrscht, kann auch - mit oder ohne Stöcke - extrem hohe Geschwindigkeiten erreichen. Selten wird daher ein Hang ausschließlich mit Carving- Technik gefahren; zwischendurch werden immer wieder "normale Schwünge" eingelegt. Doch das Carving-Feeling kommt nicht über Nacht.
Es muss gelernt und geübt werden.

CARVING - DAS IST PURE FAHR­TECHNIK.
Während beim klassi­schen Skistil die Beine im Schwung in die Kurve gedreht werden, wer­den sie beim
Carven lediglich in Richtung Kurve" gekippt" . Dadurch kommt es automatisch zum Fahren auf den Kanten.

Die enge BeinsteIlung - beim Skifahren ein Zeichen von Eleganz - ist beim Carven völlig " out" .
Voraussetzung für das Kanten ist eine "offene", also schulterbreite, SkisteIlung.

Tipp:
Je tiefer man geht, desto mehr kann man die Skier seitwärts kippen. Bei hohen Geschwin­digkeiten,
wie z. B. bei Schussfahr­ten, kann es passieren, dass Carving­ Skier aufgrund der extremen
Taillierung zu " flattern" beginnen.

Tipp:
Mit dem Gewicht nach vor gehen ­also die Schaufeln mehr belasten.
DER TRICK MIT DEM HÜFT-KNICK.
Eine andere Möglichkeit des Auf­kantens ist es, den ganzen Körper seitlich zu kippen. Bei dieser fortge­schrittenen Technik wird versucht, eine starke Kurvenlage zu erreichen, dass es so scheint, als ob der Carver flach über der Piste schweben würde. Grundvoraussetzung ist eine hohe Geschwindigkeit und viel Kraft in den Oberschenkeln. In den meis­ten Fällen reicht jedoch die mögliche Kurvenlage des gekippten Körpers nicht aus, um genügend stark auf­zukanten. Entsprechender Druck auf die Kanten wird daher durch das Knicken des Körpers in der Hüfte erreicht. Dabei wird das länger ge­streckte Außenbein be- und das Innenbein entlastet.
UNSCHLAGBAR IN EXTREM­LAGEN.
Geübte Carver suchen ­nicht selten abseits der Piste die besondere Herausforderung. Keine Panik daher
zum Beispiel vor spiegelndem Blankeis. Der Carver fährt wie auf "Schienen" übers Eis. Selbstverständlich
muss man dabei sauber belasten und mög­lichst gestreckt bleiben.Auch Steilhänge sind kein Hinder­ nis.
Entscheidend ist, früh Druck zu geben, vertikale Bewegungen zu vermeiden und die Kante schon vor der
Falllinie tief in den Schnee zu pressen. Ähnliches gilt für das Carven im Tiefschnee. Die breiteren Schaufeln
und Enden geben besseren Auftrieb. Doch Vorsicht: Niemals in Rückenlage gehen. Die Skitaillierung
schneidet auch im Tiefschnee kreisrund herum. Einzig das Buckelfahren braucht etwas mehr Technik und
Können. Wer es versteht, die Buckel ge­zielt anzuschneiden, den Schau­feldruck und damit den aktiven
Kontakt zum Schnee zu halten, wird souverän die schlimmste Buckelpiste bewältigen.

So schön Carven ist - es hat auch seine gefährliche Seite. Beim richtigen Carven wird man sehr schnell, da
beim Kurvenfahren der Bremseffekt des Drittens fehlt und der erstklassige Kantengriff eine trügerische
Sicherheit verleiht. Nicht zuletzt ist der Platzbedarf eines Carvers auf der Piste viel größer als nachfolgende
Skifahrer es vielleicht erwarten. Deshalb: Nicht einfach laufen lassen, sondern falls nötig - durch Ausfahren
der Kanten (leicht berg­auf) - die Geschwindigkeit regulieren.

Welche Länge ist die richtige? Welcher Carving-Ski passt zu mir? Das sind die Fragen, die von Erstkäufern
am häufigsten gestellt werden. Zunächst: Alles hängt vom skifahrerischen Können ab. Ein guter Rat ist,
verschiedene Modelle zu testen: Einmal kurz, dann lang und zwischendurch auch mal einen Slalom-Carver
ausprobieren, damit der Unterschied auch "erfahr­bar" wird. Unterschieden wird zwischen sechs Ski-Typen:

EASY-CARVER
flexiblerer Schaufel- und Endbereich,
fehlerverzeihendes Fahren.
Länge: 130 -170 cm
Radius: 12 -18 m
Zielgruppe: L
Einsatzgebiet: All-Terrain

 

ALLROUND-CARVER
etwas härterer Schaufel- und Endbereich, reagiert deutlicher auf Aufkanten.
Länge: 150 -180 cm
Radius: 12 -20 m
Zielgruppe: A
Einsatzgebiet: All-Terrain


SLALOM-CARVER
kurzer, stark taillierter Ski, breite
Schaufel. Radikales Kurvenverhalten.
Länge: 150 -170 cm
Radius: 11 -15 m
Zielgruppe: A - S
Einsatzgebiet: primär präparierte Piste

 


RACE-CARVER
exakt zu fahrender Ski für hohe
Geschwindigkeiten, reagiert sehr genau
auf jegliches Aufkanten .
Länge: 160 -190 cm
Radius: 16 -21 m
Zielgruppe: A - S
Einsatzgebiet: primär präparierte Piste


FREERIDE-CARVER
Verbreiterter Schaufel- und ndbereich,
mehr Auftrieb im Tiefschnee
Länge: 150 -180 cm
Radius: 12 -18 m
Zielgruppe: A - S / I
Einsatzgebiet :
abseits der Piste, freies Gelände

 


SHORT-CARVER
Kreuzung aus Bigfoot und Fun-Carver.
Wird auch gerne zur Ausbildung genutzt.
Länge: 90 -130 cm
Zielgruppe: I
Einsatzgebiet : Fun-Bereich


ERKLÄRUNG ZIELGRUPPE:

L: Einsteiger und vorsichtige Skifahrer, die sich auf flachen und mittelsteilen Pisten wohl fühlen.

A: Allrounder sind die größte Skifahrergruppe. Jene, die gemüt­liches Fahren bevorzugen, als auch die,
die gerne Kurzschwünge fahren, aber auf eisiger Piste ihr Tempo nur mit Mühe halten können. Ebenso jene, die große Kurvenradien lieben und durch Aufkanten (Carven) ohne Rutschphase Kurven" schneiden".

S: Skifahrer, die im schwierigen Gelände und Schnee in jeder Situation kontrolliert fahren können.

R: Rennfahrer, die spezielle Ski für Training und Wettkampf benötigen.

I: Individualisten. Reine Fun-Carver, Tourengeher etc. mit speziellen Anforderungen.



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